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Aug 20

Makro-Fotografie mit der Kompaktkamera

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Seit ich mir im letzten Herbst mit der Olympus E420 eine kompakte Digital-Spiegelreflexkamera zugelegt hatte, führte meine kleine Canon Digital IXUS 70 nur noch ein Schattendasein als Zweitkamera fürs Handtäschchen. Unverdient, denn sie ist für überraschend gelungene Fotoexperimente gut, die man so einer Zigarettenschachtel gar nicht zutraut.
Das Thema Makrofotografie reizt mich schon eine ganze Weile. Ich schimpf mich schließlich, wenn auch vielleicht ein wenig anmaßend, Wissenschaftsredakteurin. Wozu hab ich mir diesen für ne HartzIVlerin unerhörten Luxus einer Spiegelreflexkamera geleistet, wenn ich damit nicht auch mein Portfolio in Richtung Naturfotografie erweitern kann?
Leider kosten halbwegs gute FourThirds-Makroobjektive schnell einen vollen monatlichen Regelsatz, und selbst ‘ne billige Nahlinse für 25€ würde mein Budget sprengen. Schade…
Aber dann hab ich gestern in für mich ungewohnter Langeweile mit meiner Canon herumgespielt, nur mal getestet, ob sie überhaupt noch funktioniert. Auf dem Tisch lag zufällig diese Feinmechanikerlupe, so eine, die man wie ein Monokel ins Auge klemmt. Kamera, Lupe, der Tubus passte perfekt über das ausgefahrene Objektiv – schon glotzte mich auf dem Display die doofe Fliege an, die ich den ganzen Vormittag nicht erwischt hatte. Da hatte ich meine Makrokamera, auch wenn ich nicht gleich überzeugt war. Die Fliege hatte wohl dem derzeitigen Google-Hype folgend etwas dagegen, ihr Foto im Internet wiederzufinden und zog es vor, mich wieder zu belästigen, bevor ich den Auslöser drücken konnte. Danach bin ich den ganzen Nachmittag durch den Garten gerannt, um irgendwas Spektakuläres in der Größe einer Briefmarke zu finden. Eine Spinne, die eine Blattlaus verputzte, leider ausgerechnet im Schatten (Verschlusszeit 1/8s, zuviel bei meinem Datterich), eine hyperaktive Schlupfwespe und im Wind schwankende Blumen: für so eine magere Ausbeute sollte sich ein manierlicher Biogarten schämen. Aber dann, als ich schon aufgeben wollte, sonnte sich diese Libelle auf einem kleinen Stock neben dem Teich und ließ meiner Kamera reichlich Zeit, ordentlich zu fokussieren.

Große Heidelibelle(?) – Detail

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, zumindest für diese improvisierte Ausrüstung. Die kleine Canon wird jetzt jedenfalls samt Lupe wieder mein regelmäßiger Begleiter sein.
Mal abwarten, was mir in diesem Sommer noch so alles vor die Lupe kommt…

Große Heidellibelle

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