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Apr 12

Himmel? Nein Danke!

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In den Himmel hab ich noch nie gewollt. Dabei hätte ich doch gute Chancen gehabt, denn ich war – nota bene: ich war – katholisch, jenem für lebenslustige und sinnenfrohe Menschen höchst praktischem Glauben, der dem durchschnittlichen Alltagssünder den problemlosen Punkteabbau im Beichtkasten anbot.
Aber mal im Ernst: was sollte ich da oben?
“Von morgens 8 Uhr bis abends 12 Uhr frohlocken – von mittags 12 Uhr bis 8 Uhr abends Hosianna singen!” vielleicht?
Ist ein munteres Sexleben im himmlischen Sündenkatalog ebenso gestrichen wie Fluchen und das Abhalten von Trinkgelagen, muß man das da auch regelmässig beichten oder ist man so zahm wie in der “Kein Jägermeister!”-Werbung und hat einfach gar keine Lust auf Dinge, die sündiger sind als Scrabble oder das Nachmittagsprogramm von Bibel-TV?
Am Ende treff ich noch all die Heiligen mit frauenfeindlichen Sprüchen, von Augustinus bis Thomas von Aquin. Och nööö…
Was soll’s, ich bin aus der Kirche ausgetreten. Nicht wegen der Frauenfeindlichkeit und der Lebensferne dieser absurden Männerwelt des Klerus, schon gar nicht wegen der aktuellen Skandale und der peinlichen Krisen-PR: wäre ich gläubig, würde ich alles dafür tun, diesen Laden auszumisten, damit er sich endlich um das Seelenheil all der Mühsamen und Beladenen kümmern könnte. Aber ich bin eben nicht gläubig.
Ich mag mir nicht willkürlich den Gott aus der Bibel picken, der mir gefällt, während ich alle Stellen dieses Horrorschinkens ausblende, wo er mal wieder rasend eifersüchtig zum perfiden Massenmörder wird. Wie kann ich meine Moral an einem Gott orientieren, der so oft aus niedrigsten Motiven auf das Abscheulichste gegen diese Moral agiert?
Wenn es doch einen Gott gibt: er/sie/es hat sicher mehr Verständnis für meine Position als dieses halbgare Monstrum der Robenträger aller Bibel-Religionen.

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