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Mai 09

Freitag, 8. April: T – 10 Tage (Berlin die Zwote: „Yes, we cannabis“…)

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Unkonzentriert war ich, und immer noch war ich mehr mit dem klapprigen Netzwerk beschäftigt als mit Cem Özdemir, Claudia Roth oder Bütikofer. Haben die Wahlkampfreden bei mir nur wegen dem kaum funktionstüchtigen WLAN nicht gezündet? Inhaltlich gab es ohnehin nicht viel Neues, große Rhetorik auch nicht. Schade, manch einer im Saal dürfte sich nach einem brillianten Redner gesehnt haben, der tatsächlich Herzen und Köpfe für all das mitreisst, was das Grüne Programm so auszeichnet: mutige Radikalität in seinen Forderungen nach nachhaltiger Wirtschaftspolitik, Fairness, Chancengleichheit und Verantwortung für die folgenden Generationen.
Yes, we can? Nein, leider wohl nicht hier, nicht heute, nicht in diesem Wahljahr. Die Hoffnung auf den grünen New Deal verpuffte in der gewitterschwülen Berliner Luft.

Aber dann das: “Yes, we cannabis!” Eine völlig überflüssige Provo-Aktion von Hanfdampfaktivisten dürfte bei den üblichen Verdächtigen unter den Pressekollegen unverhältnismäßig mehr Aufmerksamkeit bekommen haben als die eigentlich wichtigen Botschaften des Abends.
Unübersehbar war ihr vor die Bühne getragenes Banner, auf dem sie die Legalisierung von Cannabis forderten. Das prägt in der öffentlichen Wahrnehmung das traurige Bild einer zutiefst bourgeoasen Partei der sogenannten Postmateriellen, die hinter pubertären Idealen, linken Forderungen und Ökoromantik Besitzstandswahrermentaliät der gehobenen Mittelschicht versteckt. Pubertäre Fahnenpinkler, rechthaberische Umweltradikale und Haschlegalisierer: so was muß der gutsituierte Architekt, PR-Berater oder sonst wie erfolgreiche Freiberufler aushalten, um sein ansonsten vom unverzichtbaren Wohlstand belastetes Gewissen ins Reine zu bringen. Bei solch nahe liegenden und scheinbar so leicht zu bestätigenden Klischees wählt auch der arbeitslose Industriemechaniker lieber die FDP…

Mich hats alles andere als motiviert. Auch meine Mitfahrerinnen wirkten keineswegs übermässig begeistert.

Auf dem Rückweg hat mich dann auch noch der Ströbele fast mit seinem Fahrrad überfahren.

Feierabend. Tag 11 vor der OP geht müde zu Ende. Trost fand ich nur in der Begegnung mit zwei fröhlichen grünen Frauen aus Essen und einer Grünen aus Rheinlad-Pfalz, die ich aus Facebook kenne. Später mehr dazu: die BDK wird mich von solchen Begegnungen kaum noch ablenken. An meiner persönlichen Front war es ein Tag erholsamer Ruhe.

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