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Mai 02

Freitag, 1. Mai: T -17 Tage (nix zu feiern)

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Traumhaftes Wetter, trübe Stimmung. Maiansprachen mt den üblichen Parolen, in diesem Jahr freilich kämpferisch gewürzt mit Klassenkampfjargon. Wütendes Geschimpfe auf den Neoliberalismus und die “Kasinokapitalisten”, wohlfeil in diesen Tagen, wo selbst in bürgerlichen Kreisen solcher Tonfall salonfähig geworden ist. Dabei war von ernsthaftem Willen, aus der Krise Konsequenzen zu ziehen nichts zu spüren. Die Populisten der Mitte durften darauf vertrauen, dass die bürgerliche Mitte in Zeiten der Krise die Veränderung scheut. Man begnügt sich mit billiger Mangerschelte und verspricht, alles so zu lassen wie es ist: den zweiten Jahresurlaub, selbstverständlich den Job bei vollem Lohnausgleich, den so lautstark attackierten “freien” Markt, je nach Perspektive, denn in den Ansprachen war für jeden etwas dabei. Die Besitzstandswahrer blieben bei den Maifeiern unter sich. Die Langzeitarbeitslosen, die Abgeschriebenen und endgültig Abgehängten haben sie allesamt vergessen. Die saßen zu Hause, schüttelten den Kopf über die Warnungen vor “sozialen Unruhen” und versuchten mit bescheidenen Mitteln, diesem Tag etwas abzugewinnen – oder ihn einfach nur abzuhaken. So wie ich…

Ein bisschen Genuss hab ich mir dann doch gegönnt und mit Brandteig experimentiert. Die Windbeutel sind mir zwar nicht ganz so gelungen, wie ich sie mir gewünscht hätte (innen matschig und aussen nicht kross genug). Mit einer einfachen Füllung aus süßer Sahne und einem Klecks Marmelade waren sie trotzdem ein preiswertes Vergnügen, das pappsatt macht.

Ansonsten war dieser Freitag immer noch ein total normaler Tag. Ich bin nicht aufgeregt, so sehr das auch die Leute wundert, die ich jetzt zum letzten Mal vor der OP sehe.

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