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Mai 01

Donnerstag, 30. April: T -18 Tage (die letzte Spritze)

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Der letzte Termin bei meinem Hausarzt vor der OP: schon wieder so was “letztes”. Meine Antiandrogen-Spritze (Enantone) war fällig. In zweieinhalb Wochen brauch ich die nicht mehr. Wenn ich Anfang nächster Woche meine Vitamine (also das Östrogen) absetzen muß, wird wenigstens das Testosteron nicht mehr schiessen. Auch die stationäre Einweisung hab ich jetzt. Fehlt nur noch das Zugticket. Reisefieber hab ich schon.

In den Niederlanden will ein Arbeitsloser am Königinnentag mit einer auf die Königsfamilie gerichtete Amokfahrt auf seine ausweglose Situation aufmerksam machen. Mit seinem Auto rast er durch die Menge, tötet vor laufenden Kameras fünf bis dahin fröhlich feiernde Menschen und verletzt viele schwer. Wieder so eine blutige Verzweiflungstat, die fassungslos macht. Die Bilder der durch die Luft Geschleuderten gehen mir nicht aus dem Kopf, und auch nicht die von Menschen, die den Verletzten nicht nur spontan helfen, sondern sie auch, um deren Würde besorgt, vor den Kameras der Sensationsmedien schützen.
In die Bewunderung für diese Menschen mischt sich die Erinnerung, dass auch ich in diesen Tagen wieder Hoffnungslosigkeit und Existenzangst spüre, und dass ich selbst oft verzweifelt bin, weil mich nur noch die hören, die selbst so dringend Hilfe brauchen.

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