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Mrz 19

Mittwoch, 18. März: T -61 Tage

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Die Trauer um Harry lässt nach. Ich bin einfach dankbar, dass ich ihn zehn Jahre zum Freund haben durfte. Aber seine Konzerte werden mir fehlen, besonders seine Festivals auf Burg Satzvey. Bei einer solchen Veranstaltung im August 2007 war ich zum ersten Mal zusammen mit der Familie als Valérie in der Öffentlichkeit. Ich war aufgeregt, aber es war eine sehr schöne Erfahrung.

Auf die nächste Chorprobe bei den “Femmes Fatales” vom Männer(!)-gesangverein Metternich freu ich mich wie Bolle. Deren Klavier ist wirklich grausam verstimmt, so, als hätte jemand Bier oder Schlimmeres reingeschüttet. Macht nix, das Singen macht mir einen Riesenspaß, und auch die Vorstellung, auf dem nächsten Gruppenfoto einfach nur noch ne Frau unter Frauen zu sein. Das tut nicht nur Stimme und Stimmung gut, sondern auch der Suche nach meiner weiblichen Identität.

Ich fühl mich ein wenig wie die weiblichen Teenager in einer Wissenschaftssendung des ZDF zum Thema “Pubertät”. Es gibt meines Wissens wenig Material zu den psychischen Veränderungen bei Transsexuellen während ihrer hormonellen Behandlung, schon gar nicht zu der Frage nach einer zweiten Pubertät. Dabei erinnern meine Stimmungsschwankungen, Launen, Irrationalität und Impulsivität und diese Identitätssuche so sehr an das, was weibliche Teenager auch durchmachen. Ich würde gern wissen, ob das nur Einbildung aus meiner Erwartung heraus ist, oder ob sich da sogar organisch in meinem Hirn etwas ändert. Auf jeden Fall ist es eine fantastische Erfahrung, und ich freu mich an dem, was sich da entwickelt.

Nur noch genau zwei Monate…

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